━━━━━ ERKLÄRUNG · 6 Min · 2026-05-15

DSG-konforme Cloud: Was bedeutet das?

Seit dem 1. September 2023 gilt in der Schweiz das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG). Es ändert nicht nur das was Unternehmen mit Personendaten dürfen — sondern auch welche Cloud-Dienste du als Privatperson oder Verein sicher nutzen kannst.

Was ist das revDSG überhaupt?

Das revidierte Datenschutzgesetz ist die Schweizer Antwort auf die europäische DSGVO (GDPR). Es ist nicht identisch, aber inhaltlich sehr ähnlich. Es schreibt unter anderem vor:

Wo entstehen typische Cloud-Probleme?

1. Server-Standort vs. Anbieter-Sitz

Ein US-Anbieter mit europäischem Rechenzentrum schützt dich nicht automatisch vor US-Behörden. Der US Cloud Act verpflichtet US-Konzerne, Daten auch aus EU-Rechenzentren auf Anfrage von US-Behörden herauszugeben.

Nur ein Anbieter mit Schweizer Firmensitz UND Schweizer Datenstandort ist wirklich aus US-Rechtsraum heraus.

2. Schrems II — was war das nochmal?

2020 hat der Europäische Gerichtshof den "Privacy Shield" gekippt (Schrems-II-Urteil). Konsequenz: Datenübertragungen in die USA sind heikel und brauchen zusätzliche Schutzmassnahmen (Standardvertragsklauseln, Verschlüsselung, etc.).

Wer als Schweizer Verein, Arzt, Anwalt oder Buchhalter sensible Kundendaten in Google Drive legt, riskiert genau diese Konformitäts-Probleme.

3. Verschlüsselung at rest vs. End-to-End

"Verschlüsselt gespeichert" sagen alle Anbieter. Aber wer hat den Schlüssel?

Für die meisten Privatpersonen reicht "at rest" — wichtig ist dass der Anbieter keine Inhalte automatisch scannt (KI-Training, Werbe-Auswertung).

Welche Daten sind besonders kritisch?

DatenkategorieRisiko bei US-Cloud
Familienfotos, VideosNiedrig (es sei denn, du willst keine KI-Auswertung)
Rechnungen, SteuerunterlagenMittel (Geschäftsgeheimnis)
Patientendaten, KrankenaktenHoch (Berufsgeheimnis nach StGB Art. 321)
Anwaltsakten, MandanteninformationenSehr hoch (Anwaltsgeheimnis)
VereinsmitgliederlistenMittel (revDSG-pflichtig)
Kundendaten als KMUHoch (revDSG + Reputationsrisiko)

Wie erkennst du einen DSG-konformen Anbieter?

Checkliste:

Brauche ich als Privatperson überhaupt das alles?

Ehrlich: für reine Privatdaten wahrscheinlich nicht zwingend. Google Drive ist für 80% der Privatpersonen "gut genug".

Aber: Sobald du Daten Dritter (Familienmitglieder, Vereinskollegen, Kunden, Patienten, Mandanten) speicherst, wird das relevant. Und je sensibler die Daten, desto wichtiger.

Ein Schweizer Anbieter kostet im Vergleich nicht viel mehr — und du schläfst besser.

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Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Übersicht und ersetzt keine juristische Beratung. Bei konkreten Compliance-Fragen wende dich an eine Schweizer Datenschutz-Fachperson.

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